"MEIN KÖRPER GEHÖRT MIR!"

"Nein!" sagen stark bleiben...!

"Mein Körper gehört mir!" ist eine interaktive Szenencollage in drei Teilen für Kinder der 3. und 4. Klasse mit dem Ziel Kinder über sexuelle Gewalt aufzuklären und ihnen Strategien und Hilfestellungen zum Umgang mit diesem heiklen Thema zu vermitteln.

Wie "Mein Körper gehört mir!" entstand...Das Präventions-Programm wurde von der theaterpädagogischen werkstatt (tpw) Osnabrück (D) in Zusammenarbeit mit Fachpersonen 1994 entwickelt und wird seitdem regelmässig inhaltlich und formal überarbeitet. Ziel ist, Kinder stark zu machen gegen sexuellen Missbrauch. 2003 haben Sybille Marseiler und Martin Maurer „Mein Körper gehört mir!“ in die Schweiz geholt. Hier aufgeführt erfreut es sich seitdem grosser Beliebtheit und stösst bei den Kindern auf ausserordentliche Begeisterung.

Geschichten
Ein Mädchen bürstet einem Jungen die Haare und das tut weh, wenn sie so fest durch seine Haare fährt. Ein Jugendlicher im Bus meint, er könne einfach ein kleineres Mädchen anfassen. Ein Nachbar zeigt einem Jungen Tennistipps, fasst ihn dabei an den Po und hört nicht wenn der Junge "Nein!" sagt... In kurzen Szenen schildert das Programm Situationen, in welchen die körperlichen Grenzen von Kindern überschritten und verletzt werden und thematisiert Facetten sexueller Gewalt. Die Geschichten sind alltagsnah erzählt und Kinder können leicht nachvollziehen, wie andere Jungen und Mädchen ihre Nein-Gefühle erkennen und wie und wo sie sich Hilfe holen können: Bei der Mutter, die zuhört, beim Hauswart, welcher die Polizei einschaltet, bei der Lehrerin welche ein offenes Ohr für alle Probleme hat und mit dem Jungen zusammen Hilfe holt.  

Unser theaterpädagogisches Konzept
Die Kinder lernen uns zuallererst als reale Menschen kennen, bevor wir dann im Verlauf des Programms immer wieder in verschiedene Rollen schlüpfen und ihnen anhand 9 verschiedener Szenen das Thema sexuelle Gewalt näherbringen. Da gibt es in jedem Teil Diskussionen mit den Kindern: „Wie fühlt sich der Junge jetzt?“, „Was hättet ihr gemacht an ihrer Stelle?“, „Bei welchen Berührungen habt ihr ein Nein-Gefühl?“ Über solche und andere Fragen kommen wir mit den Kindern ins Gespräch bauen zueinander eine Beziehung auf, entwickeln gemeinsam Strategien wie wir sexueller Gewalt entgegentreten könnten. Wir singen immer am Anfang und am Schluss den Körpersong, der hilft die wichtigsten Botschaften des Programms zu verinnerlichen. Und nicht zu vergessen: am Ende jeder Lektion darf die Klasse, wenn dann noch Zeit ist, die Szenen nachspielen was jeweils zu großer Begeisterung führt und höchst eindrücklich zeigt wie gut die Kinder die einzelnen Szenen verstanden haben.

Organisatorisches
Eine interaktive Szenencollage in drei Teilen.

Thema: Sexuelle Gewalt bei Kindern

Zielgruppe: Für Kinder in der 3. und 4. Klasse
Publikum: Bis zu 6 Klassen werden hintereinander bespielt 

Ablauf: 3 Schulstunden, im Abstand von je 1 Woche

Raum: 1 Musik- oder Mehrzweckraum mit einer Spielfläche von ca. 4 x 4 M

Sexuelle Gewalt
Sexuelle Gewalt findet vor allem in der Familie und im Bekanntenkreis statt, aber auch im außerfamiliären Umfeld (etwa in der Schule oder im Freizeitbereich). Abgesehen von den Fällen des Exhibitionismus und seltenen spektakulären Gewalttaten sind Kinder überwiegend mit den Tätern und Täterinnen bekannt oder sogar verwandt. Betroffen von sexueller Gewalt sind Kinder aller sozialer Schichten und aller Altersgruppen, auch Kleinkinder und Säuglinge.

Was Sie wissen sollten
Die Aufführung kann nicht gewährleisten, dass Jungen und Mädchen nun vor sexuellem Missbrauch geschützt sind. Sie kann allenfalls eine Stärkung und Sensibilisierung der Kinder bewirken. Kindern, denen dennoch sexuelle Gewalt geschieht, darf deshalb keinesfalls eine Schuld oder Mitschuld zugeschrieben werden. Kinder haben niemals die Verantwortung dafür, wenn ihnen sexuelle Gewalt angetan wird.


Prävention kann sich nicht in einer Theateraufführung erschöpfen. Sinnvolle und wirksame Prävention muss immer auch eine veränderte Erziehungshaltung und einen veränderten Umgang mit den Kindern bedeuten und Eltern und LehrerInnen mit einbeziehen.

 

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